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Cine-Maniacs 2012

Vor erst einer Woche fanden die Fantasy Filmfest Night in Stuttgart (und München) statt, und schon hat dervideospieler das nächste Filmfest besucht. Dieses mal ein wesentlich kleiner, viel unbekannteres, nämlich das Cine-Maniacs 2012, tief in der bayrischen Provinz, in Türkheim im Unterallgäu.

Das Filmfest in Türkheim, dass dieses Jahr bereits zum 16. Mal stattfand, zeichnet sich vor allem durch seine extrem familiäre Atmosphäre aus. Da steht der Veranstalter Kai Erfurt noch selbst hinter der einzigen Theaterkasse und begrüßt die Gäste seines Babys… und es zeichnet sich durch seine Unberechenbarkeit aus, denn die Filme, die auf dem Filmfest gezeigt werden, sind im Vorfeld nicht bekannt, es gibt nur einige sehr vage Hinweise auf der Homepage – wobei uns Kai auf Nachfrage zumindest verraten hat, dass wir uns Juan of the Dead auf dem Fantasy Filmfest nicht anschauen brauchen… und durch die Abwechslung, denn die Filme weigern sich, alle in irgendeine gemeinsame Kategorie gesteckt zu werden. Und last but not least zeichnet es sich durch die überaus fairen Preise aus. 15,50€ für 3 Filme (inkl. einem 3D-Film) plus 15 Kurzfilme? Hammer!

Doch nun zum wichtigsten eines jeden Filmfests: Den Filmen. Die ganzen Kurzfilme habe ich mir mal wieder nicht merken können, es war aber wieder von naja bis brillant alle Qualitätskategorien mit dabei. Besonders viel gelacht hat der Saal bei Bad Toys II, eine französische Produktion welche die Filme Michael Bays auf die Schippe nimmt. Außerdem haben wir einen rund 13minütigen Ausschnitt aus Proll Out gezeigt bekommen, der ebenfalls einen sehr guten Eindruck machte… Wie gewohnt waren auch wieder einige junge Filmemacher zu Gast die ihre Werke vorgestellt haben und es wurde eine ganze Tüte mit DVDs und Blu-Rays unter den Zuschauern verlost…

Erster Langfilm war The Grey mit Liam Neeson. Eine Flugzeug mit Arbeitern einer Ölfirma stürzt in der Wildnis Alaskas vom Himmel. Den wenigen Überlebenden macht mit nicht nur das eisige Wetter und Schneestürme zu schaffen, sondern vor allem ein sehr hungriges und aggressives Pack Wölfe, welches die Gunst der Stunde nutzt. Spannung ist also garantiert und die guten Schauspieler sorgen auch dafür, dass die angespannte Gruppendynamik nicht am Zuschauer vorbeigeht. 7/10

Danach ging es rasant in die dritte Dimension, und das meine ich auch so. Denn TT3D – Closer to the Edge ist eine unglaublich packende Dokumentation über das wohl bekannteste Motorradrennen der Welt, die Isle of Man TT. Dabei steht im Fokus der charismatische Rennfahrer Guy Martin der nach mehreren Podiumsplätzen nun endlich mal ganz oben stehen möchte. Viele tolle Aufnahmen in 3D vermitteln das besondere Gefühl der Tourist Trophy. Eine absolut empfehlenswerte Dokumentation, die leider keinen deutschen Kinostart hat. 8/10

Und zum Abschluss gab es noch die deutsche Fassung des vom Fantasy Filmfest Nights bekannten kubanischen Zombie-Splatterfilms Juan of the Dead. Zombies infizieren Kuba und statt in Panik zu auszubrechen haben Juan und seine Freunde eine bessere Idee: Sie gehen in den Dienstleistungssektor und beseitigen infizierte Familienmitgleider gegen eine kleine Gebühr – Anruf genügt… Sehr unterhaltsam, lustig und actionreich und damit ein perfektes Ende für eine wirklich tolle Nacht im Filmhaus Huber. 8/10

Um 5 Uhr in der früh war das ganze dann vorbei und wir machten uns müde, aber glücklich auf unseren eineinhalbstündigen Heimweg.

Fantasy Filmfest Nights 2012

Alle Jahre wieder im März steigen die Fantasy Filmfest Nights, der kleine Ableger des beliebten Fantasy Filmfest, das die Liebhaber des besonderen Films jedes Jahr im Sommer in die Festivalstädte lockt. Derviedeospieler war auch dieses Mal wieder in Stuttgart dabei und hat sich eine handvoll Filme angesehen.

Rosewood Lane – Eine Psychologin mit eigener Radio-Show zieht in das alte Elternhaus, in dem sie von ihrem Vater misshandelt wurde. Doch nicht nur die Erinnerungen machen ihr zu schaffen, sondern auch der mysteriöse Zeitungsjunge, der die gesamte Nachbarschaft zu terrorisieren scheint… und es jetzt auf die Newcomerin abgesehen hat. Die Polizei ist machtlos und auch die Nachbarn sind keine Hilfe in dem mörderischen Spiel… Gut gespielt, spannend, am Schluss aber zu vorhersehbar. 6/10

Chronicle – Drei Highschool-Jungs entdecken ein seltsames leuchtendes Ding in einem Loch im Waldboden. Als sie am nächsten Tag aufwachen bemerken sie, dass die telekinetische Kräfte haben und Gegenstände allein durch Gedankenkraft bewegen können. Als sie mehr über das komische Ding herausfinden wollen sehen sie, dass der gesamte Tunnel eingestürzt ist und die Stelle abgesperrt. Nach und nach lernen sie ihre neu gefundenen Kräfte zu beherrschen… Das ganze ist im Found-Footage-Stil a là Cloverfield gefilmt, wobei die Filmemacher dabei einige sehr clevere Ideen hatten, wie sie dennoch interessante und ungewöhnliche Kamerawinkel verwenden konnten. Für mich das Highlight des Festivals. Viele tolle Ideen, cool umgesetzt, gute Story. 9/10

The Prodigies 3D – Computeranimierter Film über 5 Supergenies die dank ihrer überlegenen Brainpower ebenfalls über telekinetische Kräfte verfügen…. Sehr stylisch, interessante Story. 8/10

Love – Ein Astronaut wird auf die ISS geschickt und plötzlich bricht aller Kontakt zur Erde ab. Uiiii. Schwierig. In weiten Teilen könnte der Untertitel lauten: Im Weltraum hört dich niemand schnarchen, so langweilig ist es bisweilen. Trotzdem kann ich dem ganzen nicht jegliche Faszination absprechen. Vorerst nur eine 3/10

The Theatre Bizarre – Eine Ansammlung von 6 verschiedenen Kurzfilmen, eingebettet in eine kleine Rahmenhandlung. Von peinlich schlecht über unpassend bis hin zu toll reicht die Bandbreite, insgesamt fand ich die Sammlung aber durchaus sehenswert. 6/10

Die restlichen Filme habe ich mir nicht angesehen – und habe, laut meiner Begleitung mit Dauerkarte, auch kaum was verpasst. Juan of the Dead soll sehr witzig gewesen sein (den schaue ich mir am Samstag auf dem Cine-Maniacs-Festival in Türkheim an, sonst hätte ich den auch angesehen), We Need To Talk About Kevin ebenfalls SEHR gut, aber eher unangenehm zum anschauen (und auch nicht unbedingt passend fürs FFF), Sleep Tight hat er gehasst, ebenso Childish Games. Livid auch eher nur durchschnitt. Aber wie gesagt: Keine Ahnung, ich selbst hab sie nicht gesehen.