Guitar Hero III – Legends of Rock (Activision/Neversoft, Xbox 360, 2007)

Dass dervideospieler ein großer fan der Guitar Hero – Reihe ist, dürfte inzwischen bekannt sein. Doch wie macht sich der aktuell neueste Teil, Guitar Hero 3 in seiner Gunst? Inwiefern macht sich der Abgang vom Orignalentwicklerteam von Harmonix bemerkbar? Kann Neversoft die gute Tradition fortsetzen? und wie ist die Musikauswahl gelungen? Fragen über Fragen, und hier sind die antworten.

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass sich am Spielprinzip im Vergleich zu den Vorgängern überhaupt nichts geändert hat und ich mir die Erklärung dessen hier spare. Wer also noch nie was von Guitar Hero gehört hat, der sollte sich mal meinen Beitrag zu Guitar Hero 2 durchlesen, bevor er hier weitermacht. Auf was ich eingehen werde sind die Änderungen im Vergleich zu den Vorgängern.

Der Aufbau des Spiels ist wieder gleich geblieben, d.h. man fängt als kleine Lokalband an und arbeitet von Auftritt zu Auftritt zur Rocklegende hoch. 8 Konzerte a 4 Lieder bieten dafür jede Menge Stoff, wobei es wie bekannt ab dem Medium-Schwierigkeitsgrad wieder je eine Zugabe zu performen gibt. Neu sind die Boss Battles welche man an drei Stellen im Spiel überstehen muss. Hier tretet ihr gegen andere Gitarristen in einem Duell an, wobei ihr statt Star Power Extras bekommt, mit denen ihr dem Gegner das Leben schwer machen könnt – andersrum geht das natürlich genauso, dh auch der Computer kann euch gehörig in die Bredouille bringen.

Auch sonst gab es kleine Änderungen beim Gameplay. So wurde das Hammer On / Pull Off – System etwas abgewandelt. Musste man bei den Vorgängern die HOPOs noch recht gut timen reicht es hier nun einfach irgendwann die passende Taste zu drücken. Überhaupt wurde das Timing deutlich entschärft, das Zeitfenster für den Anschlag wurde spürbar vergrößert. Nun könnte man meinen, das Spiel würde dadurch viel zu leicht, oft lest man aber das gegenteil, nämlich dass Guitar Hero 3 noch schwerer geworden sei. Tatsächlich stimmt beides irgendwie. Zwar wurde das Timing entschärft, dafür sind die Notenabfolgen die schwersten aller bisherigen Guitar Heroes. Titel wie Raining Blood, The Devil went to Georgia oder Through the Fire and the Flames dürften so manche Spieler zur Verzweiflung bringen.

Technisch hat sich ebenfalls nicht sehr viel geändert. Grafisch gibt es neue Bildschirmanzeigen, wobei man sich nun streiten kann, ob diese schöner sind als die alten – ich finde nicht. Die neuen Locations und die Lichteffekte sind hübsch, auch die Figuren sind in Ordnung. Weniger gelungen sind dafür die Animationen, die auch im Vergleich zu den Vorgängern irgendwie steifer und weniger Abwechslungsreich ausgefallen sind, was dazu führt, dass der Vorgänger grafisch insgesamt einen besseren Eindruck hinterlassen hat als der aktuelle Teil – schade.

Doch das dürfte alles nebensächlich sein, denn worauf es wirklich ankommt ist die Musikauswahl – und die ist groß bei Guitar Hero 3. Über 70 weitestgehend bekannte Songs dürfen nachgespielt werden (plus ein Haufen Downloadtitel, die aber fast alle bezahlt werden müssen), viele davon auch als original Masterbänder und nicht als Cover – deutlich mehr als bei den Vorgängern. Aber auch die Cover selbst machen einen sehr guten Eindruck, komplette Ausfälle gibts im Gegensatz zu den Vorgängern hier eigentlich keine zu verzeichnen. Die Musikauswahl selbst ist meiner Meinung nach sehr abwechslungsreich und gut, vor allem wenn man die Bonussongs berücksichtigt.

Zu den umfangreichen Online- und Mehrspielermodi kann ich leider (noch?) nichts schreiben, da ich diese bisher nicht ausprobiert habe und auch nicht weiß ob ich das jemals machen werde.

Alles in Allem gefällt mir auch der aktuelle Guitar Hero ausgesprochen gut, vielleicht sogar am Besten von allen Teilen. Das liegt unter anderem an der umfangreichen Musikauswahl und den guten Covers, aber auch an dem vereinfachten Timing, das mir durchaus entgegenkommt. Genervt haben mich dagegen die Boss Battles, wo ein Sieg auch etwas mit Glück zu tun hat und die sehr schnell frustrieren können. Als Extramodus ok, als Zwangsspiel in der Karriere ganz großer Mist – IMO. Trotzdem ein äußerst gelungener erster Teil von Neversoft dessen kleine Macken (z.B. Animationen) beim nächsten Update (Guitar Hero 3 – Aerosmith kommt im Juni/Juli) hoffentlich verschwunden sind. Ach ja, die Achievements sind ne Frechheit… 9/10

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Text Copyright: Axel Kothe

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