Fantasy Filmfest Nights 2008 – Tag 1

13 04 2008

Alle Jahre wieder, da kommen die Fantasy Filmfest Nights nach Stuttgart. Und mit ihnen auch dervideospieler, der sich dann ein paar schöne Kinostunden gönnt. Der erste Tag ist nun vorbei, und die Eindrücke noch frisch – beste Voraussetzung um noch kurz ein paar Worte zu den Filmen zu verlieren.

Timecrimes (LOS CRONOCRÍMENES, Spanien 2007)

Der erste Film fängt so an, dass man einen typischen Slasherfilm erwarten könnte: Ein Mann beobachtet von seinem Garten aus ein junges Mädchen, wie sie sich im Wald vor seinen Augen (gut, vor seinem Fernglas) auszieht und dann plötzlich verschwindet. Er geht der Sache auf den Grund und findet sie bewusstlos auf dem Waldboden – und bekommt hinterrücks von einem am ganzen Kopf bandagierten Mann eine Schere in den Arm gerannt. Nach der panischen Flucht in ein nahe gelegenes Haus wandelt sich der Film aber komplett – kein Slasher ist Timecrimes, sondern wie eigentlich schon der Titel andeutet ein Zeitreisethriller mit einer intelligenten und gut durchdachten und für einen Zeitreisefilm erstaunlich logischen Story. Vereinzelte Längen und das etwas schnell kommende, abrupte Ende hätte ich zu bemängeln, insgesamt hat er mir aber gut gefallen. 6/10

Diary of the Dead (USA, 2007)

Der zweite Film des Abends stammte von Horrorlegende George A. Romero – Diary of the Dead, der fünfte Teil seiner eigenen Dead-Serie. Romero lässt die Zombieseuche wieder komplett von neuem Ausbrechen, was diesen Teil aber Hauptsächlich von den anderen Unterscheidet ist die Erzählweise. Es kommt im ganzen Film die derzeit sehr beliebte Handkamera zum Einsatz, und hier macht das auch Sinn. Denn die Geschichte wird aus der Sicht einer Gruppe von Filmstudenten gezeigt, deren oberstes Ziel es ist, der Welt da draußen die Wahrheit zu zeigen, dass was wirklich passiert – Youtube und Myspace sei dank. Das ganze ist auch wieder recht schön gelungen, mit Blut wird nicht gespart, es gibt hin und wieder was zu lachen… ein guter Zombiefilm also? Ja, aber nicht der Überhit, wie man es sich von Romero gewünscht hätte. Immer wieder wars mir zwischendurch langweilig, echte Schockeffekte gabs auch kaum. 7/10

Doomsday (UK, 2008)

Und zum Schluss war dann da noch Doomsday, ein Film von Descent-Regisseur Neil Marshall, also auch kein unbekannter. Doomsday handelt ebenfalls von einer Seuche, einem Virus der die Menschen von Glasgow und anderen schottischen Städten innerhalb weniger Tage komplett auslöscht. Der britischen Regierung fällt nichts besseres ein als das komplette Schottland mit einer riesigen Mauer vom Rest der Welt abzuschotten (hihi, ein Wortwitz) und die Bevölkerung ihrem Schicksal zu überlassen. Rund 30 Jahre später ist das alles fast schon vergessen, doch dann der Super-Gau: Das Reapervirus ist mitten in London ausgebrochen. Die letzte Hoffnung der Regierung: In Schottland wurden in Satellitenaufnahmen lebendige Menschen entdeckt, die offensichtlich der Epidemie überstanden haben. Haben sie eventuell ein Gegenmittel gefunden? Ein Elitetrupp Soldaten und Wissenschaftler, angeführt durch die toughe Eden Sinclair (Rhona Mitra) wird in das abgeriegelte Gebiet geschickt um das Geheimnis der Überlebenden zu erforschen. Gute Story, fast pausenlose, harte Action, gute Optik und ein wummernder Soundtrack lassen keine Sekunde langweile aufkommen – und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Der Filmkenner entdeckt zahlreiche Zitate aus anderen Klassiker, am offensichtlichsten sind wohl die Anleihen an Mad Max 2 gegen Ende, einige der Fahrzeuge im Film könnten 1:1 von dort stammen. Das ist aber keinesfalls als Kritik zu sehen, Doomsday ist eigenständig genug, um kein simples Plagiat zu sein. Ich schwanke bei der Bewertung im Moment zwischen 8 und 9 von 10, vielleicht sollte ich erst noch einmal drüber schlafen… EDIT: 8/10 ist es geworden ;)

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