dervideospieler ist jetzt Bookcrosser und lässt seine Bücher durch die Welt reisen…

Ein jeder Buchliebhaber kennt vermutlich das Problem (so er nicht auf einen digitalen Reader umgestiegen ist): Irgendwann füllen die vielen Bücher die ganzen Regale im Haus. Noch einmal lesen wird man die wenigsten Werke aber zum wegschmeißen sind sie dann doch auch irgendwie zu schade – sie sind ja eigentlich nicht kaputt oder unbrauchbar. Man könnte jetzt hergehen und die Bücher unter Freunden und Verwandten verteilen oder irgendwo Spenden. Doch auch da sind Bücher oft nicht besonders gefragt.

Eine andere Lösung kommt aus den USA und nennt sich Bookcrossing. Statt die Bücher im Regal verstauben zu lassen werden sie von den inzwischen über 1 Millionen registrierten Bookcrossern weltweit einfach in die Wildnis ausgesetzt, wo sie von anderen Menschen gefunden, gelesen und dann wiederum ausgesetzt werden können. Das geht natürlich auch ohne Anmeldung bei Bookcrossing und wird an öffentlichen Bücherschränken, in Hotelbibliotheken und ähnlichen auch schon seit vielen Jahren praktiziert.

Bookcrossing macht das ganze allerdings noch einen ganzen Tick spannender. Dort wird das Buch, bevor es in der Wildnis ausgesetzt wird, auf der Webseite registriert und bekommt eine eigene einmalige Identifikationsnummer, die der User dann zusammen mit einer Information über das Prinzip von Bookcrossing in das Buch schreibt (oder in Form von fertigen Label hineinklebt). Wird das Buch nun von jemanden gefunden kann der Finder die Nummer bei bookcrossing.com eintragen und dem Buch einen Journaleintrag verpassen. Das kann alles sein, von einer kleinen Info, wo er das Buch gefunden hat bis hin zu einer ausführlichen Rezension des Buches – das bleibt vollkommen dem Finder überlassen, genauso ob er sich dazu bei bookcrossing (kostenlos) anmeldet oder dabei anonym bleiben möchte.


Ein ganzer Haufen Bücher will noch freigelassen werden…

Anhand dieser Journaleinträge kann dann der ehemalige Besitzer des Buches (sowie alle bei bc registrierten Finder des Buches) die Reise des Buches nachverfolgen, was durchaus sehr spannend sein kann. Allerdings muss man dazu sagen dass die allermeisten Bücher keine Journaleinträge erhalten oder diese teilweise erst nach Jahren erfolgen. Das bedeutet aber nicht, dass die Bücher so lange in der Wildnis rumliegen, sondern einfach nur, dass der Finder aus diversen Gründen sich gegen einen solchen Eintrag entschieden hat – was ja auch ok ist, schließlich ist das ja nur ein kleiner (wenn auch besonders spannender) Teilaspekt von Bookcrossing. Umso mehr freut man sich, wenn doch mal ein schöner Journaleintrag kommt, so wie mein bisher einziger, wo das Buch von Hamburg inzwischen nach Dänemark gereist ist.

Aber wo kann man denn Bücher überall aussetzen? Eigentlich überall wo Menschen vorbeikommen! In Acht nehmen sollte man sich nur vor übereifrigem Reinigungs- oder Sicherheitspersonal (Flughäfen z.B.), ansonsten bietet sich eigentlich alles an. Ob in einer OBCZ (Offizielle Bookcrossing Zone), einem Wartezimmer einer Arztpraxis, die Bank an der Bushaltestelle, Bahnhof, ein simpler Mauervorsprung, in einer Wasserdichten Tüte an einem Baum hängend oder in einem Geocache – der Kreativität sind da kaum Grenzen gesetzt. Erfahrungen zeigen das gerade die besonders kreativen Orte eine größere Journaleintragsquote erzielen…

Und wer nicht nur seine Regale leeren will, sondern auch neuen Lesestoff sucht, der sollte sich im deutschen Forum (http://www.bookcrossing.com/forum/14) umschauen, dort gibt es zahlreiche Möglichkeiten an neuen Stoff zu kommen. Ein umfangreiches deutsches FAQ gibt es unter www.bookcrossers.de, alles andere findet ihr unter www.bookcrossing.com.

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